Soziale Dienste Sarganserland lancieren erstes Beratungsangebot zur Mediensucht der Schweiz
Die Sozialen Dienste Sarganserland (SDS) erweitern ihr Angebot der Fachstelle Sucht mit einem neuen Schwerpunkt zum Thema Mediensucht. Das Angebot richtet sich an Eltern und Angehörige sowie direkt Betroffene. Es ist in dieser Form einzigartig in der Schweiz.
Zwar existieren in der Region, insbesondere an den Schulen im Sarganserland, bereits zahlreiche Präventionsangebote zur Mediennutzung. Spezifische und niederschwellige Beratungsangebote für Angehörige und Betroffene sind jedoch bislang keine vorhanden. Genau hier setzt das neue Angebot der Sozialen Dienste Sarganserland an und schliesst eine wichtige Lücke zwischen Prävention und individueller Beratung. «Uns liegt das Thema Mediennutzung und dessen Risiken, besonders für junge Menschen am Herzen», sagen die Suchtfachleute Karin Eisenhardt und Damian Caluori.
Der aktuelle Fokus liegt auf Angehörigen und Eltern, die sich Sorgen um die Mediennutzung ihrer Kinder machen. Sie können sich bei der Fachstelle Sucht der SDS für eine individuelle Beratung anmelden. Ziel ist es, Orientierung zu bieten, zu entlasten und gemeinsam konstruktive Lösungswege zu entwickeln. "In dieser Art ist das neue Angebot in der Region und in der Schweiz einzigartig", betont Damian Caluori.
5 Stunden täglich am Smartphone
98 % der Jugendlichen besitzen ein Smartphone und fast alle nutzen es täglich mehrmals. Jugendliche verbringen laut JAMES-Studie in ihrer Freizeit gemäss eigener Einschätzung rund 3 bis 5 Stunden im Internet und am Smartphone. «In der Realität sind es teilweise noch viel mehr Stunden Bildschirmzeit», betonen Karin Eisenhardt und Damian Caluori.
Social Media, Gamen, Cybersexualität und Bingen (übermässiger Konsum von Serien, YouTube, stundenlang durch Social Media scrollen) sind Themen, welche einen klaren Umgang brauchen, damit sie sich nicht belastend auf das reale Leben auswirken. Diese rasante Digitalisierung beeinflusst einen Grossteil unseres Lebens. Jugendliche brauchen Vorbilder, um einen gesunden Umgang mit Onlinemedien zu erlernen.
Spezialisierte Mediensucht-Beratung
Wenn jemand sehr viel Zeit am Handy verbringt, hat das einen Grund. «Wir sprechen offen und ohne Vorurteile über diese Gründe», meint die Suchtberaterin Karin Eisenhardt. Das Team der Fachstelle Sucht hat sich in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema Mediensucht beschäftigt, sich weitergebildet und sich von hochspezialisierten Fachleuten beraten lassen. Heute stehen sie der Sarganserländer Bevölkerung mit ihrem Fachwissen zur Verfügung. Betroffene, Jugendliche und Eltern erhalten Unterstützung, wenn sie negative Folgen der Nutzung von Onlinemedien erleben. «Jedoch auch dann bleiben Medien tief in den Alltag Jugendlicher eingewoben und ein kompletter Verzicht ist realitätsfern», betonen Karin Eisenhardt und Damian Caluori. In der Beratung werde darum der Konsum nicht als die Ursache des Unwohlseins betrachtet. Viel wichtiger sei, dass die ursächlichen Probleme der Jugendlichen angegangen werden, die häufig nicht medienbezogen, sondern sozial verursacht sind. Hier wird auch eng mit anderen Fachstellen, wie der Kinder- und Jugendhilfe Sargans zusammengearbeitet.
Check Mediennutzung für Betroffene und Eltern
Ein zentrales Element ist ein Online-Schnelltest zur Mediennutzung, der auf der Website der SDS verfügbar ist. Der Test ermöglicht es, eine erste Tendenz des eigenen Medienverhaltens oder jenes der Kinder einzuschätzen und kann als Ausgangspunkt für weiterführende Gespräche dienen. Die Suchtfachleute betonen, dass sehr viele Menschen Onlinemedien intensiv nutzen, aber nicht alle Probleme damit bekommen. Es ist wichtig, herauszufinden, wie die Onlinemedien genutzt werden: Was mache ich online? Wie lange bin ich online? Wie geht es mir dabei? Vernachlässige ich wichtige Aufgaben deshalb?
Merkblätter
Zusätzlich werden Merkblätter zu relevanten Themen wie Mediensucht, Gamen, Cybersexualität, Social Media und Binge-Verhalten bereitgestellt. Die Informationen sind praxisnah aufbereitet und sollen Angehörige und Eltern dabei unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und den Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag bewusst zu gestalten. Das Angebot kann aber von Betroffenen und Angehörigen in jedem Alter genutzt werden.
Unterstützung durch Sarganserländer Gemeinden und Kanton St. Gallen
Das neue Angebot wurde im Auftrag der Sarganserländer Gemeinden entwickelt, welche auch Träger der Sozialen Dienste Sarganserland sind. Es wird vom Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen sowohl finanziell als auch ideell unterstützt. Diese Unterstützung unterstreicht die Bedeutung des Themas und den innovativen Charakter des Projekts.
Das Team besteht aus Karin Eisenhardt, Britta Christen und Damian Caluori. Fragen und Unklarheiten können diskret, kostenlos und unverbindlich geklärt werden. Der Kontakt kann persönlich, telefonisch oder online stattfinden.
Weitere Informationen, der Online-Schnelltest sowie sämtliche Merkblätter sind abrufbar unter www.sd-sargans.ch/mediensuchtExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Soziale Dienste Sarganserland
Ragazerstrasse 11, 7320 Sargans
Tel. 081 725 85 00
E-Mail: info@sd-sargans.ch
Web: www.sd-sargans.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Medienkontakt:
Damian Caluori, Stellenleiter, Tel. 081 725 85 00, E-Mail: damian.caluori@sd-sargans.ch
| Name | |||
|---|---|---|---|
| 05. Pressemitteilung Gemeindeblätter_Mediensucht_01.2026 (DOCX, 1.4 MB) | Download | 0 | 05. Pressemitteilung Gemeindeblätter_Mediensucht_01.2026 |